Einkommensteuer im Vereinigten Königreich

Suchen Sie amtliche Informationen zu Gesetzesänderungen in Ihrem Land?

Die britische Income Tax hängt von Ansässigkeit, Einkunftsart und Einkommenshöhe ab. Dazu kommen Freibeträge, regionale Unterschiede und digitale Meldepflichten. Wer im Vereinigten Königreich arbeitet, investiert oder ein Unternehmen führt, sollte diese Bausteine gemeinsam betrachten.

Steuerliche Ansässigkeit

Der steuerliche Wohnsitz bestimmt den Umfang der britischen Steuerpflicht. Ansässige Personen versteuern grundsätzlich ihr weltweites Einkommen; besondere Entlastungen können greifen. Bei nicht ansässigen Personen geht es vor allem um britische Einkünfte. Doppelbesteuerungsabkommen können die Zuordnung und Entlastung beeinflussen.

Statutory Residence Test

Die Ansässigkeit wird anhand des Statutory Residence Test (SRT) beurteilt. Er verbindet drei Gruppen von Kriterien.

Das Verfahren umfasst folgende Gruppen von Tests; bei der Anwendung ist die gesetzliche Prüfungsreihenfolge einzuhalten:

  • Automatische britische Ansässigkeit, unter anderem bei mindestens 183 Aufenthaltstagen im Steuerjahr.
  • Automatische Nichtansässigkeit unter den jeweils geltenden Voraussetzungen.
  • Der Test ausreichender Bindungen, der Sufficient Ties Test.

Beim Bindungstest zählen unter anderem Familie, verfügbare Unterkunft, Arbeit und frühere Aufenthalte. Wie viele Bindungen erforderlich sind, hängt auch von den Aufenthaltstagen und der bisherigen Ansässigkeit ab. Deshalb ist der vollständige Sachverhalt maßgeblich.

Non-dom und das neue FIG-Regime

Die frühere Remittance Basis für bestimmte nicht im Vereinigten Königreich domizilierte Personen wurde zum 6. April 2025 abgeschafft. An ihre Stelle trat ein auf der steuerlichen Ansässigkeit beruhendes System: Nach mindestens zehn aufeinanderfolgenden Steuerjahren der Nichtansässigkeit kann für die ersten vier Ansässigkeitsjahre eine Entlastung für qualifizierende ausländische Einkünfte und Gewinne beantragt werden. Voraussetzungen, Übergangsregeln und der mögliche Verlust persönlicher Freibeträge sind gesondert zu prüfen.

Aufbau der Einkommensteuersätze

Die britische Einkommensteuer ist progressiv. Für ihre Berechnung sind die Einkunftsart, die einzelnen Tarifstufen und die verfügbaren Freibeträge entscheidend.

Personal Allowance und der Abbau des Freibetrags

Im Steuerjahr 2026/27 beträgt die reguläre Personal Allowance 12.570 GBP. Bei einem adjusted net income über 100.000 GBP sinkt sie um 1 GBP je 2 GBP Mehrbetrag. Ab 125.140 GBP entfällt sie vollständig.

Im Bereich des Freibetragsabbaus kann die effektive Grenzbelastung der Einkommensteuer für entsprechend besteuerte Einkünfte in England, Wales und Nordirland 60 % erreichen. Das ist keine zusätzliche einheitliche Tarifstufe; andere Einkunftsarten und der schottische Tarif können zu anderen Ergebnissen führen.

Die wichtigsten Einkommensteuersätze

Für gewöhnliche Einkünfte gelten 2026/27 in England, Wales und Nordirland folgende Tarifsätze:

  • 20 % — Basic Rate.
  • 40 % — Higher Rate.
  • 45 % — Additional Rate.

Für schottische Steuerpflichtige gilt bei nicht aus Ersparnissen oder Dividenden stammenden Einkünften eine eigene Tarifstaffel. Bei grenzüberschreitenden Lebens- und Arbeitsverhältnissen ist daher auch die regionale Zuordnung wichtig.

National Insurance Contributions

Neben Income Tax können National Insurance Contributions (NICs) anfallen. Art und Höhe hängen unter anderem von Beschäftigungsstatus, Einkunftsart und Schwellenwerten ab. Sie sind zusätzlich zur Einkommensteuer zu betrachten.

Wie einzelne Einkünfte besteuert werden

Die Einordnung der Einkünfte beeinflusst Steuersätze, Freibeträge und Erklärungswege. Die britischen Regeln unterscheiden unter anderem folgende Kategorien.

Employment income

Bei Arbeitnehmern wird Einkommensteuer meist über PAYE, Pay As You Earn, einbehalten. Zur Bemessungsgrundlage können neben Gehalt und Bonus auch steuerpflichtige Sachbezüge wie ein Dienstwagen oder eine private Krankenversicherung gehören.

Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit

Selbständige müssen ihre Pflichten zur Anmeldung bei HMRC und zur Self-Assessment-Erklärung prüfen. Neben Income Tax können NICs anfallen. Zulässige Betriebsausgaben mindern den steuerpflichtigen Gewinn; private Ausgaben tun dies grundsätzlich nicht. Die Anleitung zur Self Assessment finden Sie auf dem offiziellen Regierungsportal.

Dividenden und Zinsen

Für Dividenden gelten eigene Steuersätze. Im Steuerjahr 2026/27 betragen sie oberhalb der einschlägigen Freibeträge 10,75 %, 35,75 % oder 39,35 %. Die Dividend Allowance beträgt 500 GBP; sie erhöht die Tarifgrenzen nicht.

Für Sparzinsen kann eine Personal Savings Allowance gelten. Ihre Höhe hängt vom maßgeblichen Einkommensteuertarif ab.

Einkünfte aus Immobilienvermietung

Mieteinnahmen sind grundsätzlich steuerpflichtig; bestimmte Kosten können berücksichtigt werden. Bei privater Wohnimmobilienvermietung werden Finanzierungskosten in der Regel über eine begrenzte Steuerermäßigung zum Basissatz berücksichtigt und nicht unmittelbar vom Gewinn abgezogen. Für Gesellschaften und andere Vermietungsfälle gelten abweichende Regeln.

Eine falsche Zuordnung von Einkünften kann Freibeträge und Steuerberechnung verändern. Jede Einkunftsart sollte deshalb gesondert erfasst werden.

Verwaltung und Steuererklärungen

Ein erheblicher Teil der britischen Steuerverwaltung erfolgt digital. Welche Aufgaben beim Steuerpflichtigen verbleiben, hängt von den Einkünften und dem Erklärungsverfahren ab.

PAYE und Self Assessment

Bei vielen Arbeitnehmern führt der Arbeitgeber die Einkommensteuer über PAYE ab. Zusätzliche Einkünfte, falsche Steuerkennzeichen oder andere Umstände können trotzdem eigene Melde- oder Erklärungspflichten auslösen.

Ob eine Self-Assessment-Erklärung erforderlich ist, hängt von den konkreten Einkünften und den HMRC-Kriterien ab. Das betrifft häufig Selbständige und Personen mit nicht ausreichend an der Quelle besteuerten Einkünften. Zu beachten sind Anmelde-, Abgabe- und Zahlungsfristen sowie gegebenenfalls Vorauszahlungen, die payments on account.

Making Tax Digital

Making Tax Digital erweitert die digitalen Aufzeichnungs- und Meldepflichten. Für erfasste Selbständige und Vermieter mit qualifizierenden Bruttoeinkünften über 50.000 GBP im Steuerjahr 2024/25 begann MTD for Income Tax am 6. April 2026. Weitere Stufen und Ausnahmen sind gesondert zu prüfen; das Verfahren betrifft nicht pauschal alle Einkommensteuerpflichtigen.

Das britische Steuerjahr beginnt am 6. April und endet am 5. April des Folgejahres. Dieses abweichende Jahr ist auch bei internationalen Einkünften und Abkommen zu berücksichtigen.

Steuerentlastungen und Planung

Das britische Recht sieht verschiedene Freibeträge und Entlastungen vor. Ob sie nutzbar sind, hängt von den persönlichen Voraussetzungen ab.

Wichtige Möglichkeiten der steuerlichen Planung

Zulässige Entlastungen können die Steuerbelastung verringern. Dabei sind ihre Bedingungen, Höchstbeträge und Wechselwirkungen zu beachten.

Zu den häufig genutzten Instrumenten gehören:

  • Begünstigte Altersvorsorgebeiträge, die je nach Zahlungsweg und persönlichen Grenzen steuerlich entlastet werden.
  • Individual Savings Accounts (ISA), in denen qualifizierende Erträge innerhalb der geltenden Regeln steuerfrei bleiben.
  • Gift Aid für begünstigte Spenden mit den jeweiligen Voraussetzungen für Spender und Empfänger.
  • Marriage Allowance zur begrenzten Übertragung eines Teils der Personal Allowance zwischen berechtigten Ehegatten oder eingetragenen Partnern.

High Income Child Benefit Charge

Beim High Income Child Benefit Charge wird ein Teil des erhaltenen Child Benefit über eine Steuerbelastung zurückgeführt. Seit dem Steuerjahr 2024/25 beginnt die Belastung bei einem adjusted net income über 60.000 GBP. Je 200 GBP darüber wird 1 % des Child Benefit fällig; bei 80.000 GBP ist die volle Höhe erreicht. Entscheidend ist gegebenenfalls das höhere Einkommen eines Partners, nicht die Summe der Familieneinkünfte.

Eine sinnvolle Planung berücksichtigt die persönlichen Voraussetzungen und die Auswirkungen auf andere Freibeträge und Leistungen.

Praktische Fragen und häufige Fehler

In der Praxis treten einige Schwierigkeiten besonders häufig auf.

Häufige Fehler bei der Einkommensteuer

Unvollständige Angaben oder ein falsches Verständnis der Regeln können zu einer fehlerhaften Erklärung führen. Deshalb sollten die maßgeblichen Sachverhalte nachvollziehbar dokumentiert werden.

Typische Probleme sind:

  • Eine falsche Ansässigkeitsbeurteilung bei international mobilen Beschäftigten und Selbständigen.
  • Eine unvollständige Einordnung der verschiedenen Einkünfte und ihrer Wechselwirkungen.
  • Die Nichtberücksichtigung einschlägiger Doppelbesteuerungsabkommen.
  • Unzutreffend angesetzte Ausgaben bei selbständiger Tätigkeit.
  • Unvollständige Aufzeichnungen zu Sachverhalten, die HMRC überprüfen kann.

Zusammenfassung

Das System der britischen Einkommensteuer verbindet progressive Tarife mit zahlreichen Freibeträgen und digitalen Verfahren. Für eine zutreffende Berechnung müssen Ansässigkeit, Einkunftsart, Steuerjahr und persönliche Voraussetzungen gemeinsam geprüft werden.

Gründer von FPRO

Internationaler Experte für Buchhaltung und Steuern

Alexander Fomenko

Kostenpflichtigen Beratungstermin buchen

Mit dem Klick auf die Schaltfläche akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.
Ihre personenbezogenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Erhalten Sie nützliche Beiträge, Tipps und exklusive Angebote als Erste. Kein Spam – nur Inhalte, die wirklich relevant sind!

Mit dem Klick auf die Schaltfläche akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.
Ihre personenbezogenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.